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Erfahrungsberichte
Manchmal ist es ein Unfall, manchmal eine Rückenerkrankung – und immer öfter eine psychische Erkrankung, die zum beruflichen „Aus“ führt. Aber zum Glück hat die deutsche Gesetzgebung mit der beruflichen Rehabilitation eine Möglichkeit zur Rückkehr ins Arbeitsleben geschaffen. Lesen Sie hier ermutigende Beispiele von Menschen, die eine neue Perspektive im Leben fanden.
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Auf Umwegen zum Ziel
Erfolgreiche Hilfe auf dem Weg in Arbeit
Heute steht Hans-Peter L. wieder mitten im Leben, doch bis dahin war es eine Reise mit vielen Umwegen. Immer wieder wechselte der gelernte Flugzeugmechaniker die Jobs. Und immer wieder wurde der heute trockene Alkoholiker rückfällig. Eine berufliche Rehabilitation gab ihm wieder eine neue Perspektive.
Dass ihn das Leben auf so viele Umwege schickt, hätte sich Hans-Peter L. nie träumen lassen. Denn anfangs läuft alles nach Plan: Der junge Mann macht eine Ausbildung zum Flugzeugmechaniker bei der Bundeswehr, ist anschließend Zeitsoldat, heiratet, wird Vater. Doch nach zwei Jahren Ehe trüben erste Rückschläge das Glück: Die Ehe beginnt zu kriseln, das Paar trennt sich. Hans-Peter L. verliert den Halt, schmeißt alles hin und gerät in eine Alkoholabhängigkeit. Was folgt, sind diverse Jobs in den unterschiedlichsten Bereichen. Er versucht, seine Sucht in den Griff zu bekommen – doch die stationäre Therapie hat keinen dauerhaften Erfolg. Beruflich schlägt der Fürstenfeldbrucker eine neue Richtung ein: Als Betreuer arbeitet er zweieinhalb Jahre in einer Behindertenwerkstatt. Eine zweite ambulante Therapie folgt, erfolgreich. Hans-Peter L. beginnt eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, die er aber nicht beenden kann.
Danach folgen Stationen als Pflegehilfskraft. Eine körperlich schwere Arbeit, die ihren Tribut fordert – Durchblutungsstörungen in den Beinen und orthopädische Probleme sind die schmerzhaften Folgen. Das „Aus" für die Tätigkeit im Pflegebereich.
Der Mittvierziger muss sein Arbeitsverhältnis aufkündigen und rutscht durch seine eingeschränkte Vermittelbarkeit in Hartz IV ab. Ein schlimmes Tief, das er erst durch eine Gesprächstherapie überwindet. Wegweisung bekommt er schließlich von den Arbeitsmarktexperten der Arge in Fürstenfeldbruck: Sie raten ihm zu einer beruflichen Reha. Hans-Peter L. stellt erfolgreich einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe und damit die Weichen für seine berufliche Zukunft. Die Richtung, in die es gehen soll, kennt der geborene Münchner recht bald: „Ich hatte mich bereits im Vorfeld mit den Prognosen auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt“, begründet er seine Entscheidung für eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Der richtige Beruf für ihn, das bestätigt auch ein eignungsdiagnostisches Verfahren im Berufsförderungswerk (BFW) München, das so genannte RehaAssessment. Mitte 2009 beginnt er dann mit der Ausbildung im BFW. Zu diesem Zeitpunkt ist er wieder seit drei Jahren trocken. „In dem Moment, in dem ich mein Leben wieder in die eigene Hand genommen habe, bin ich eigentlich erst richtig erwachsen geworden“, sagt er rückblickend. Ganz bewusst hat er sich daher auch für die Zeit seiner Ausbildung dazu entschlossen, im BFW-Internat zu leben - um auf „eigenen Beinen zu stehen“, wie er sagt. Zusätzliche Unterstützung findet er in einer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker. Nach so vielen Jahren wieder „die Schulbank zu drücken“, fällt ihm nicht schwer: „Auch wenn es manchmal ganz schön anstrengend ist, macht mir das Lernen richtig Spaß.“ Wie die berufliche Zukunft aussieht, darüber hat er ganz klare Vorstellungen: „Eine geregelte Arbeitsstelle als Kaufmann“, wünscht sich der heute 50-Jährige, der nach vielen Umwegen wieder im Leben angekommen ist. Die berufliche Reha hilft ihm dabei.

