![]() |
Erfahrungsberichte
Manchmal ist es ein Unfall, manchmal eine Rückenerkrankung – und immer öfter eine psychische Erkrankung, die zum beruflichen „Aus“ führt. Aber zum Glück hat die deutsche Gesetzgebung mit der beruflichen Rehabilitation eine Möglichkeit zur Rückkehr ins Arbeitsleben geschaffen. Lesen Sie hier ermutigende Beispiele von Menschen, die eine neue Perspektive im Leben fanden.
![]() |
Aufgeben kam nicht in Frage
Mit festem Willen und beruflicher Reha zurück in den Beruf
Wie einen Sechser im Lotto – so beschreibt Angelika L. ihre zweite Chance im Arbeitsleben: Eine Lungenkrankheit bedeutete zunächst das berufliche Aus für die Drahtzieherin aus Hettstedt. Doch eine Integrationsmaßnahme im Bfw Sachsen- Anhalt ebnete ihr den Weg zurück in den Arbeitsmarkt.
Angelika L. stand mitten im Arbeitsleben, als eine Lungenkrankheit sie zwang, den Beruf aufzugeben: „Nach einer schweren Operation, in der Teile der Lunge entfernt werden mussten, war klar, dass ich die körperlich schwere Tätigkeit als Drahtzieherin nicht weiter machen kann“, erzählt die Frau aus dem Südharz. Drei Jahre lang bekam sie eine Erwerbsunfähigkeitsrente, danach wurde die Erwerbsunfähigkeit aufgehoben: Angelika L. war wieder arbeitsfähig. Und arbeitslos. „Ich habe immer aktiv nach Arbeit gesucht“, sagt die heute 50-Jährige, aber die Krankheitsvorgeschichte und ihr Alter gaben ihr kein gutes Blatt auf die Hand. Doch Angelika L. blieb am Ball: „Aufgeben kam nicht in Frage für mich“, sagt sie mit Nachdruck. Immer wieder erkundigte sie sich bei ihrem alten Arbeitgeber nach anderen Möglichkeiten, in den Betrieb zurückzukehren. Erst eine Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) brachte die Wende: Angelika L. wurde eine Integrationsmaßnahme im Berufsförderungswerk vorgeschlagen. Nach verschiedenen Tests im BFW stand fest: Aufgrund ihrer Vorkenntnisse wurde Angelika L. zur Qualitätsprüferin qualifiziert. Im August 2009 begann die Umschulung – in neun Monaten erhielt die gelernte Zieherin im BFW das Rüstzeug für die berufliche Zukunft. Und nun zahlte sich auch ihre Hartnäckigkeit aus: Ihr Praktikum, obligatorischer Bestandteil jeder beruflichen Rehabilitation im BFW, konnte sie bei ihrem alten Arbeitgeber absolvieren – und es auch gleich als Sprungbrett zurück in den Betrieb nutzen: „Trotz Einstellungsstopp hat man mich aufgrund meiner Erfahrung und meines Wissens aus der betrieblichen Praxis direkt nach der Ausbildung wieder fest angestellt“, freut sie sich. Ein absoluter Glücksfall, auch für das Unternehmen, das die doppelte Qualifikation seiner Mitarbeiterin mehr als zu schätzen weiß. „Es kommt mir vor wie ein Sechser im Lotto“, ist Angelika L. heute glücklich.

