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Erfahrungsberichte
Manchmal ist es ein Unfall, manchmal eine Rückenerkrankung – und immer öfter eine psychische Erkrankung, die zum beruflichen „Aus“ führt. Aber zum Glück hat die deutsche Gesetzgebung mit der beruflichen Rehabilitation eine Möglichkeit zur Rückkehr ins Arbeitsleben geschaffen. Lesen Sie hier ermutigende Beispiele von Menschen, die eine neue Perspektive im Leben fanden.
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Ein Burnout wurde zur Chance
Berufliche Reha eröffnete ehemaligem Krankenpfleger neue Perspektiven
„Eines Morgens wachte ich auf und konnte nicht mehr.“ Karsten P. war 40 Jahre alt, als die langjährige Belastung als Krankenpfleger auf der Intensivstation ihren Tribut forderte. Lange schon hatte er das Gefühl, dass er seine Aufgabe nicht mehr lange wahrnehmen könnte. Der Burnout kam daher für ihn nicht überraschend, aber er sollte sein bisheriges Arbeitsleben komplett umkrempeln.
„Ein Jahr war ich anschließend krank“, sagte Karsten P., „zwei Monate war ich zunächst in einer psychosomatischen Klinik, anschließend habe ich noch eine ambulante Therapie gemacht.“ Die Depression klang langsam ab, aber Karsten P. wusste, dass er seinen alten Job nicht mehr würde ausüben können. „Ich war einfach nicht mehr belastbar genug“, sagt er im Rückblick, „so lief alles auf eine krankheitsbedingte Kündigung hinaus.“ Das war für den gebürtigen Mecklenburger eine Katastrophe, Zukunftsängste machten ihm damals schwer zu schaffen. Glücklicherweise wurde er damals durch eine Sozialarbeiterin betreut, die gemeinsam mit ihm einen Fahrplan entwickelte, wie es für ihn beruflich weitergehen könnte. „Sie empfahl mir, bei der Bundesagentur für Arbeit einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe zu stellen“, so P. Das tat er mit Erfolg – und wurde anschließend zu einer Informationsveranstaltung in einem Beruflichen Trainingszentrum eingeladen, um zu klären, welche neue berufliche Perspektive für ihn in Frage kommen könnte.
Für Karsten P. stand schnell fest, dass er eine Umschulung zu einem Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste mit der Fachrichtung medizinische Dokumentation absolvieren wollte. „Plötzlich fügte sich alles“, sagt er im Rückblick. „Ich begann meine berufliche Rehabilitation im Berufsförderungswerk Bad Pyrmont und erlebte dort eine gute Zeit.“ Die Ausbildung entsprach genau seinen Vorstellungen, „ich habe dort viel gelernt“, sagt er. Und auch das zur Ausbildung gehörende Praktikum bestätigte Karsten P. in seiner Berufswahl. Kein Wunder, dass er nach dem Ende der Qualifizierung auch schnell einen neuen Job fand: Heute arbeitet er als Projektleiter im Qualitätsmanagement einer Berliner Klinik.
Wenn er heute auf die Zeit seiner Erkrankung zurückblickt, dann mit einem Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit: „Erst habe ich meine Erkrankung nur negativ erlebt. Dann habe ich begriffen, dass sie zu etwas gut ist – nämlich als Weg in eine neue berufliche Zukunft.“
Eins allerdings sei dabei wichtig: „Man muss sich frühzeitig professionelle Hilfe holen.“ Dann werden aus Krisen auch Chancen.

