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Erfahrungsberichte
Manchmal ist es ein Unfall, manchmal eine Rückenerkrankung – und immer öfter eine psychische Erkrankung, die zum beruflichen „Aus“ führt. Aber zum Glück hat die deutsche Gesetzgebung mit der beruflichen Rehabilitation eine Möglichkeit zur Rückkehr ins Arbeitsleben geschaffen. Lesen Sie hier ermutigende Beispiele von Menschen, die eine neue Perspektive im Leben fanden.
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Ein Sturz vom Dach veränderte sein Leben
Ein Tischler wird Bürokaufmann
Heute steht Karsten K. wieder mitten im Leben. Lange sah es nicht danach aus: Nach einem Sturz vom Dach verlor der gelernte Bau- und Möbeltischler seine Arbeit. Der Motor seines Lebens geriet ins Stocken. Erst eine berufliche Rehabilitation gab ihm wieder eine neue Perspektive – und ermöglichte dem Mann aus dem niedersächsischen Bodenwerder schließlich, seine zweite große Leidenschaft zum Beruf zu machen.
Sein Weg in das Tischlerleben war vorgezeichnet: Nach der Schulzeit begann Karsten K. eine Ausbildung zum Bau- und Möbeltischler, um eines Tages die elterliche Tischlerei zu übernehmen. Doch es sollte ganz anders kommen: Bei Dacharbeiten fiel die Leiter weg und dann der damals 32-Jährige selbst. Was auf den ersten Blick nicht so schlimm aussah, stellte sich als hoch komplizierte Schulterverletzung heraus, die seine Arbeit als Tischler unmöglich machte. „Ich habe so gehofft, dass ich wieder richtig gesund werde“, sagt Karsten K., „aber die Ärzte machten mir klar, dass es keine Rückkehr in meinen Beruf als Tischler gibt.“ Nichts würde mehr sein wie vorher.
Es folgte eine Phase von verschiedenen Kuraufenthalten und anschließender Arbeitslosigkeit. Keine einfache Zeit. Es vergingen Monate voller Sorgen – doch dann bahnte sich eine Wende an: Seine Reha-Beraterin empfahl ihm das nahegelegene BFW Bad Pyrmont – und damit begann sein Weg zurück ins Arbeitsleben. Dass er nicht mehr in seinem erlernten Beruf würde arbeiten können, war klar. In der Einrichtung zur beruflichen Rehabilitation ging es daher um die Frage, welche Tätigkeit seinen körperlichen Fähigkeiten, aber auch seinen Neigungen entspricht. Antworten darauf gab die Berufsfindung: Am Ende stand fest, dass eine kaufmännische Ausbildung mit der Ausrichtung auf Vertrieb für ihn besonders geeignet sei. Und so entschied sich der gelernte Tischler schließlich für die Ausbildung zum Bürokaufmann. Einen Klinikaufenthalt und einen Reha-Vorbereitungslehrgang später konnte Karsten K. schließlich seine Ausbildung beginnen. Erst war er „sehr skeptisch“, wie er selbst sagt, aber dass er den richtigen Beruf gewählt hatte, bestätigte ihm spätestens sein Praktikum in einer Tuning-Werkstatt. Ein sehr guter und überzeugender Abschluss sorgte dann letztlich dafür, dass K. nur wenige Bewerbungen schreiben musste und sogar zwischen drei Arbeitsstellen wählen konnte.
Heute arbeitet K. als technischer Berater für Endkunden und als Ansprechpartner für Architekten in der Fensterbranche – dabei sind ihm seine beruflichen Vorerfahrungen durchaus von Vorteil: „Vorher habe ich praktisch die Fenster eingebaut; dieses technische Wissen kann ich jetzt hervorragend mit meinem kaufmännischen Wissen verbinden“, freut er sich. An seine Ausbildung denkt Karsten K. immer noch gern. „Es war eine fachlich sehr gute und praxisorientierte Ausbildung, die auch menschlich hervorragend war – für meine Ausbilder und das BFW kann ich nur eine 1+ vergeben!“

