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Erfahrungsberichte
Manchmal ist es ein Unfall, manchmal eine Rückenerkrankung – und immer öfter eine psychische Erkrankung, die zum beruflichen „Aus“ führt. Aber zum Glück hat die deutsche Gesetzgebung mit der beruflichen Rehabilitation eine Möglichkeit zur Rückkehr ins Arbeitsleben geschaffen. Lesen Sie hier ermutigende Beispiele von Menschen, die eine neue Perspektive im Leben fanden.
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Gelungener Neustart nach beruflicher Reha
Nach Krankheit das Leben neu geordnet
„Sie werden wohl nicht mehr auf Bäumen herum klettern“, scherzte sein Arzt. Michael M. war in diesem Moment aber gar nicht nach Lachen zumute: Der gebürtige Dortmunder arbeitete 15 Jahre im Garten- und Landschaftsbau – bis sein Herz ihm zunehmend Probleme bereitete. Er musste seinen Wunschberuf aufgeben. Doch eine berufliche Rehabilitation half weiter: Heute macht Michael M. genau das, was er gut kann – auch wenn der Kontrast zwischen dem alten und neuen Beruf größer nicht sein könnte.
Fast ein ganzes Jahr war er wegen seiner Herzschwäche arbeitsunfähig. Anfangs plagte ihn nur ein starker Husten, die Ärzte sprachen von Bronchitis. Michael M. dachte, er habe sich erkältet. Doch er fühlte sich zunehmend erschöpft und schwach, bekam plötzlich Luftnot. Sein Arzt überwies ihn in die Klinik. Die Diagnose: Herzinsuffizienz mit Herzrhythmusstörungen. Der stark Übergewichtige begann, sein Leben vollständig umzukrempeln: Keine Zigaretten mehr, keinen Alkohol, dafür mehr Bewegung und eine ausgewogene Ernährung: „Ich werde zwar niemals auf den Mount Everest steigen können, aber mir geht’s wieder gut“, ist der heute 40-Jährige mit seinem Schicksal versöhnt. Maßgeblichen Anteil daran hatte auch die erfolgreiche Umschulung in einem Berufsförderungswerk (BFW): Weil der gelernte Gärtner seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, stellte er bei seinem Rententräger einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.
Theorie und Praxis eng verzahnt
Im Berufsförderungswerk Dortmund machte er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, die ihn sofort begeistert hat: „Gerade im kaufmännischen Bereich kommt es auf die Erfahrung an. Den Kundenkontakt kann man schließlich nicht nur in der Theorie lernen.“ Die Umschulung beinhaltete eine lange Praxisphase, die er in einem Modegeschäft für Herren-Übergrößen absolviert hat. Dort hat er so überzeugt, dass er bereits vor Abschluss seiner Ausbildung ein Jobangebot bekam. Da Michael M. selbst mit Übergewicht zu kämpfen hat, kennt er die Probleme und Bedürfnisse, die viele seiner Kunden haben, aus eigener Erfahrung: An Mode war er immer schon interessiert – allerdings war es für ihn oft schwierig, passende Kleidung zu bekommen. Eine gute Beratung war dann Gold wert. Und genau das macht er nun selbst: „Ich habe das gefunden, was ich gut kann: Beraten und Verkaufen.“ Dass er dabei sehr kommunikativ sei, komme ihm als Verkäufer jedenfalls zugute. Das Berufsförderungswerk habe ihn aufgrund der Verbindung von Theorie und Praxis optimal auf seinen Beruf vorbereitet: „Man sieht genau, warum man was gelernt hat und wie man es anwenden kann.“ Seinem alten Beruf trauert der Naturfreund nicht mehr nach. „Nur der Geruch von frisch gemähtem Rasen, der fehlt manchmal ein bisschen.“

