Rückkehr in den Beruf nach Krankheit oder Unfall


Erfahrungsberichte


Manchmal ist es ein Unfall, manchmal eine Rückenerkrankung – und immer öfter eine psychische Erkrankung, die zum beruflichen „Aus“ führt. Aber zum Glück hat die deutsche Gesetzgebung mit der beruflichen Rehabilitation eine Möglichkeit zur Rückkehr ins Arbeitsleben geschaffen. Lesen Sie hier ermutigende Beispiele von Menschen, die eine neue Perspektive im Leben fanden.


Neuer Anfang nach schwerem Unfall

Dirk H. ergreift neue berufliche Perspektiven

 

Mit 25 Jahren war Dirk H. bereits Kfz-Meister – nach einem Motorradunfall erfuhr seine Karriere ein jähes Ende: zwei Wochen Koma, Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutung, Schädel-Basis-Bruch und Mittelgesichtsfraktur.
Die Prognose der Ärzte: Pflegefall. Doch der heute 31-Jährige gab nicht auf – inzwischen absolviert er eine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik.


Nach dem Unfall war die rechte Körperhälfte gelähmt. Gehen musste Dirk H. ebenso wieder lernen wie das Schreiben und Sprechen. Aber mit Willensstärke absolvierte der junge Mann eine medizinische Frührehabilitation und eine 4-monatige stationäre Anschlussbehandlung. Nachdem feststand, dass eine Rückkehr an den Arbeitsplatz nicht möglich war, saß der einst aktive Fußballer und Musiker zwei Jahre lang zu Hause. Obwohl die Unfallfolgen noch spürbar waren, stand für ihn fest: „Ich möchte wieder arbeiten!“ Doch als was? Antwort darauf gab das RehaAssessment® im Berufsförderungswerk (BFW) Sachsen-Anhalt: Hier zeigte sich Dirk H.'s Interesse für Veranstaltungstechnik. Aber für eine Ausbildung war es noch zu früh, denn körperlich war er noch sehr eingeschränkt und zudem nicht ausreichend belastbar. Daher empfahlen die BFW-Experten zunächst ein Integrationstraining für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen, das Dirk H. im Neurologischen Trainingszentrum des BFW Sachsen-Anhalt absolvierte. Hier stärkte er neben praktischen und kognitiven Fähigkeiten seine für das Berufsleben wichtigen Sozialkompetenzen. „Das Training hat mir gezeigt, dass ich es schaffen kann“, sagt er rückblickend. Und es machte ihn fit für die 2-jährige Umschulung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik, die er nun als ambulante berufliche Rehabilitation im dualen System absolviert. Nach einer 8-wöchigen berufsspezifischen Vorbereitung im BFW startete im Februar 2008 die eigentliche Qualifizierung bei der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH. „Die Ausbildung ist genau das Richtige“, sagt der ehemalige Kfz-Meister und freut sich auf 2010 – dann, so hofft Dirk H., beendet er die Ausbildung mit Erfolg.