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Erfahrungsberichte
Manchmal ist es ein Unfall, manchmal eine Rückenerkrankung – und immer öfter eine psychische Erkrankung, die zum beruflichen „Aus“ führt. Aber zum Glück hat die deutsche Gesetzgebung mit der beruflichen Rehabilitation eine Möglichkeit zur Rückkehr ins Arbeitsleben geschaffen. Lesen Sie hier ermutigende Beispiele von Menschen, die eine neue Perspektive im Leben fanden.
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Neustart als Kosmetikerin
Eine Essstörung machte die Arbeit unmöglich – berufliche Reha half weiter
Rund 11 % der Deutschen Bevölkerung leiden unter Essstörungen. Eine von ihnen war Tanja K. Die heute 25-Jährige erkrankte im Teenageralter – wie die meisten Betroffenen. Dass sie heute erfolgreich ihre Frau im Beruf steht, war ein langer Weg, bei dem die berufliche Reha in einem Berufsförderungswerk eine wichtige Rolle gespielt hat.
Trotz ihrer Krankheit war Tanja K. schon als ganz junger Frau klar: „Ich will arbeiten!“ Und so ergriff sie nach der Schule die erste Gelegenheit, die sich bot, und begann eine Ausbildung – ausgerechnet in einer Bäckerei. Dass für Menschen mit einer Essproblematik ein Ort, an dem täglich Hunderte an Lebensmitteln hergestellt und verkauft werden, nicht die richtige Umgebung ist, merkte die Emsländerin schnell. Die Krankheit verschlimmerte sich, ein Klinikaufenthalt wurde notwendig. Wirklich erfolgreich war die Therapie allerdings nicht – kaum zurück in der Bäckerei verschlechterte sich Tanja K.'s Essstörung wieder. „Ich war oft krank geschrieben“, berichtet sie, „aber am Ende habe ich doch den Abschluss geschafft.“
Mit dem Gesellenbrief in der Tasche schaffte sie es, sich eine neue Stelle zu suchen. Erneut in einer Bäckerei. Doch die Erkrankung ließ die junge Frau nicht los, schon bald wurde ein zweiter Klinikaufenthalt notwendig. „Und damit begann der Prozess der Gesundung“, erzählt Tanja K. „In der Klinik bekam ich wichtige Hilfen und beschloss, mich auch beruflich neu zu orientieren.“ Die Richtung stand für sie fest – Kosmetikerin wollte sie werden. Zwar dauerte es noch fast ein Jahr, bis sie im BFW Weser-Ems mit ihrer beruflichen Rehabilitation beginnen konnte – aber diese Auszeit gab ihr weitere Stabilität.
Die Ausbildung im BFW erfüllte schließlich alle ihre Erwartungen: „Der Austausch mit anderen Teilnehmern hat mich gestärkt“, unterstreicht sie, „ebenso die Psychotherapie, die ich begleitend im BFW nutzen konnte.“ Rundum zufrieden war sie auch mit den Ausbildern: „Sie haben uns perfekt auf den Abschluss vorbereitet“, lobt Tanja K. Kein Wunder also, dass sie am Ende mit einer hervorragenden Note die Ausbildung beenden konnte – und nur zwei Tage später schon ein Vorstellungsgespräch hatte. Das lief so erfolgreich, dass Tanja K. schon nach zwei Wochen bei ihrem neuen Arbeitgeber, einem Wellness-Hotel in Lüneburg, beruflich loslegen konnte.
Bis heute ist die Essstörung noch nicht ganz überwunden, „das ist ein langer Prozess“, sagt sie, „aber die Arbeit hilft mir dabei, sie gibt mir feste Strukturen.“ Und so kann sie heute sagen: „Im Prinzip geht es mir gut!“

