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Erfahrungsberichte
Manchmal ist es ein Unfall, manchmal eine Rückenerkrankung – und immer öfter eine psychische Erkrankung, die zum beruflichen „Aus“ führt. Aber zum Glück hat die deutsche Gesetzgebung mit der beruflichen Rehabilitation eine Möglichkeit zur Rückkehr ins Arbeitsleben geschaffen. Lesen Sie hier ermutigende Beispiele von Menschen, die eine neue Perspektive im Leben fanden.
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Zweitstart nach schwerem Verkehrsunfall
Mit festem Willen zurück in die Ausbildung
Ein schwerer Verkehrsunfall im Jahr 2007 kostete ihn fast das Leben: Nur einen Monat nach seinem 19. Geburtstag machte der Unfall aus Michel M. einen anderen Menschen.
Nachdem der junge Mann mit seinem Auto von der Straße abkam und gegen zwei Bäume prallte, konnte er sich an nichts mehr erinnern. „Mein Glück war wohl, dass ich nicht angeschnallt war. Durch den starken Aufprall bin ich auf die Beifahrerseite geschleudert worden. Das hat mir das Leben gerettet.“ Schweres Schädel-Hirn-Trauma, Schlüsselbeinbruch, linksseitige Lähmung, so die Diagnose der Ärzte. „Zunächst war ich an den Rollstuhl gefesselt und musste mehrere Operationen an meinem linken Bein über mich ergehen lassen.“ Aber als ehemals bester Sportler der Schule wollte Michel M. dies nicht als Dauerzustand akzeptieren und biss sich mit großer Willensstärke durch die Behandlungen während seiner sechswöchigen medizinischen Rehabilitation in einer speziellen Reha-Einrichtung für neurologische Erkrankungen. Ebenso wie das Gehen musste er auch das Lesen und Schreiben wieder lernen. Sehr bald ergab eine Untersuchung im Berufsförderungswerk (BFW) Sachsen-Anhalt, dass er seine begonnene Berufsausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik nicht weiter fortführen kann und auch für weitere Bildungsmaßnahmen noch nicht ausreichend belastbar war. Zur Stabilisierung der Motivation und des Trainings von Konzentration, Ausdauer und kognitiver Leistungsfähigkeit empfahlen die Experten für Michel M. zunächst das Integrationstraining für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen im Neurologischen Trainingszentrum im BFW Sachsen-Anhalt. „Nachdem ich die Trainingsbereiche Büro, Küche und Garten kennen gelernt habe und zwei Praktika im Einzelhandel und bei einer Gartenbaufirma absolviert habe, stand für mich fest, eine Ausbildung zum Gartenbauwerker mit der Möglichkeit der Weiterführung zum Gärtner zu beginnen“, berichtet M.. Mit seiner Ausbildung hat Michel M. im März 2010 gestartet – zunächst mit einem Vorbereitungslehrgang in einer speziellen Eichrichtung für blinde und sehbehinderte Menschen. Richtig los geht es dann im Sommer 2010 mit der eigentlichen Ausbildung. „Die Mitarbeiter des BFW haben mir sehr geholfen. Dank ihrer Hilfe weiß ich nun, was ich wirklich kann und wo ich meine beruflichen Wünsche erfüllt sehe“, zieht Michel M. eine erste Bilanz.

