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Erfahrungsberichte
Manchmal ist es ein Unfall, manchmal eine Rückenerkrankung – und immer öfter eine psychische Erkrankung, die zum beruflichen „Aus“ führt. Aber zum Glück hat die deutsche Gesetzgebung mit der beruflichen Rehabilitation eine Möglichkeit zur Rückkehr ins Arbeitsleben geschaffen. Lesen Sie hier ermutigende Beispiele von Menschen, die eine neue Perspektive im Leben fanden.
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Wenn der Rücken nicht mehr will
Umschulung als Chance genutzt
Ein schmerzhafter Bandscheibenvorfall sorgte für das vorzeitige Aus im Beruf: Doch eine berufliche Reha in einem Berufsförderungswerk ebnete Bianka S. den Weg zurück in den Arbeitsmarkt.
Kassieren, Abpacken der Regale, Reinigung der Filiale und Sauberhalten des Parkplatzes: Als Verkaufsstellenleiterin einer Aldi-Filiale kümmerte sich Bianka S. eigentlich um alles. Bis starke Schmerzen im Rücken jede Bewegung zum Albtraum machten. Die Diagnose: schwerer Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich. Nach zwei Operationen konnte sie zwar mit Hilfe einer stufenweisen Wiedereingliederung an ihren Arbeitsplatz zurückkehren – aber nur anderthalb Jahre später machten sie starke Nervenschmerzen und Lähmungserscheinungen im rechten Bein erneut arbeitsunfähig: „Die Ärzte sagten, dass meine Nervenstränge im betroffenen Bereich völlig kaputt sind“, erinnert sie sich. In einer erneuten OP wurde ihr ein elektrischer Nervenstimulator eingesetzt, der den betroffenen Nervenstrang zum Gehirn unterbricht, so die Schmerzsymptome ausschaltet und eine fast uneingeschränkte Bewegung möglich macht. Als klar war, dass Bianka S. dauerhafte körperliche Belastungen über fünf Kilo keinesfalls mehr möglich sind, wurde in der medizinischen Reha durch den Sozialdienst die berufliche Rehabilitation mit der Antragstellung auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben eingeleitet. Nach dem Erstgespräch mit einer Reha-Fachberaterin der Deutschen Rentenversicherung Bund wurden in einer Berufsfindung im Berufsförderungswerk Sachsen-Anhalt Eignungen und Neigungen der heute 46-Jährigen geprüft. Das Ergebnis: Bianka S. ist geeignet für eine Umschulung zur Industriekauffrau – eine zweijährige Ausbildung, die sie so erfolgreich im BFW Sachsen-Anhalt abschloss, dass sie direkt im Anschluss einen neuen Job fand: Heute ist die zweifache Mutter als Industriekauffrau bei der Firma fest angestellt, in der sie auch das obligatorische Praktikum absolvierte, das zu jeder Ausbildung im BFW gehört.

