Rückkehr in den Beruf nach Krankheit oder Unfall


Tipps & Alltagshilfen


Jedes Schicksal ist anders. Das gilt auch bei Arbeitslosigkeit: Jeder erlebt sie auf seine eigene oft schockierende, frustrierende und mitunter alles in Frage stellende Art und Weise. In jedem Fall bedeutet Arbeitslosigkeit einen tiefen Einschnitt. Einige Impulse, die weiterhelfen.


Arbeitslos — was tun?

Tipps und Strategien für Menschen ohne Job

 

Der eigentliche Wert von Arbeit zeigt sich oft erst, wenn sie verloren wurde: Denn neben den finanziellen Aspekten vermittelt ein fester Arbeitsplatz auch Wertschätzung und Selbstbewusstsein.


Man ist mittendrin im Geschehen, aktiv beteiligt an fachlichen und organisatorischen Abläufen und Diskussionen. Man steht – wie alle anderen – im morgendlichen Stau und kauft zwischen 18 und 20 Uhr ein. Und dann, nach der Kündigung, ist da plötzlich viel Zeit und Raum für Gedanken und Grübeleien. Unangenehme Behördenbesuche warten und häufig kommt man in Erklärungsnöte gegenüber Nachbarn und Freunden. Je nach Charakter sind vielleicht auch ein paar Tage Genuss darunter: einmal ausschlafen, Dinge ordnen, Kontakte vertiefen. Aber die innere Unruhe bleibt.

 

Stärken erkennen

Die Stellensuche wird viel Zeit in Anspruch nehmen: Sie werden Anzeigen studieren, Kontakte knüpfen, Bewerbungsunterlagen erstellen, sich bewerben... Bevor Sie aber in einen unermüdlichen Aktivismus verfallen, versuchen Sie einmal zu Papier zu bringen, was Ihre Stärken und Begabungen sind. Und was Sie gerne tun möchten. Prüfen Sie dabei nicht nur Ihre Ausbildungen, sondern auch persönliche Faktoren wie Ihr Einfühlungsvermögen, Ihre Kontaktfreudigkeit oder Ihr logisches Denken. Überlegen Sie – oder lassen Sie sich beraten – welche Berufe und Berufsfelder damit für Sie überhaupt in Frage kommen. Beziehungsweise, welche Fortbildungen oder Umschulungen dafür nötig wären. Vielleicht kommen Sie auch zu der Entscheidung, sich selbstständig machen zu wollen und eine eigene Firma zu gründen. Auch Zeitarbeit, befristete oder Teilzeit-Arbeitsverhältnisse sollten Sie wenigstens als Möglichkeit bedenken.

 

Gezielte Investitionen

Wenn nötig und möglich, können auch gezielte Investitionen die Aussichten auf eine Stelle erhöhen: Zum Beispiel für solide Bewerbungsunterlagen oder einen Intensiv-Sprachkurs. Natürlich ist es schwer, in seine berufliche Zukunft finanziell investieren zu müssen, wenn die verfügbaren Mittel sowieso knapp werden und sorgsam verwendet werden müssen. Doch erfahrungsgemäß verschlechtern sich die Aussichten, eine Stelle zu finden, mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit. Möglicherweise erhalten Sie hier Unterstützung. Fragen Sie Ihren Berater bei der Agentur für Arbeit danach.

 

Weiterbildung

Ein Beruf erfordert lebenslanges Lernen. Das können am Arbeitsmarkt nachgefragte Angebote sein, Seminare nach eigenem Interesse, Literatur, ein neues Computerprogramm oder die Begleitung durch einen Mentor. Experten schätzen, dass heutzutage junge Berufseinsteiger Zeit ihres Arbeitslebens wenigstens in fünf ausbildungsfremden Berufen tätig sein werden. Vielleicht haben Sie Lust und die Freiheit, sich zusätzliches „arbeitsplatzfremdes“ Fachwissen anzueignen, sich sozusagen ein zweites Standbein aufzubauen.

 

Wohnortwechsel

Je nach Lebenssituation und Alter muss bei langfristiger Arbeitslosigkeit auch ein Wohnortwechsel in Betracht gezogen werden. Dabei ist natürlich ein 25-Jähriger, der noch zu Hause wohnt, in einer anderen Lage als der 53-jährige Familienvater, der sein Haus fast abbezahlt hat.

 

Ehrenamtliches Engagement

Nicht außer Acht zu lassen ist auch das ehrenamtliche Engagement – zum Beispiel bei städtischen Freiwilligenagenturen, christlichen Werken oder Gemeinden. Mitarbeit, egal ob haupt- oder ehrenamtlich, hat immer mit Vertrauen zu tun. Und über ehrenamtliche Mitarbeit kann Vertrauen wachsen und schließlich sogar in einer Anstellung münden. Ehrenamtliches Engagement schafft zudem Kontakte und man ist anderen eine sinnvolle Hilfe.

 

Kontakte pflegen

Wie Arbeitslosigkeit erlebt wird, hängt wesentlich von der Unterstützung durch Freunde und Bekannte ab. Pflegen Sie Ihre Beziehungen: Familie, Freunde, Nachbarn, Bekannte, Gemeinde, Kollegen, Geschäftspartner und zufällige Bekanntschaften. Seien Sie dabei nicht nur vorteilsuchend, sondern auch vorteilgebend. Auch Selbsthilfegruppen für Arbeitslose können eine gute Unterstützung geben.

 

Situationen klären

Oft dringen mit einer bestehenden Arbeitslosigkeit grundlegende Lebensfragen an die Oberfläche. Fragen nach dem Selbstwert, nach Lebensentwürfen, nach Perspektiven. Aber auch verdrängte Probleme, nicht bewältigte Situationen, unglückliche menschliche Beziehungen verlangen geradezu nach Klärung. Nutzen Sie die Zeit, die Sie nun haben, zu Gesprächen, vielleicht auch einmal mit einem Seelsorger.

 

Werte erkennen

Definieren Sie Ihren Wert nicht (und schon gar nicht ausschließlich) über den Besitz eines Arbeitsplatzes. Bestimmen und überprüfen Sie daher in regelmäßigen Abständen Ihre Lebensziele.