Rückkehr in den Beruf nach Krankheit oder Unfall


Tipps & Alltagshilfen


Wer seine Arbeitsstelle verliert, erleidet in der Regel einen echten Verlust – und die Folgen sind oft ein vermindertes Selbstwertgefühl, geringere Lebenszufriedenheit und körperliche Anspannung. Nicht selten stellen sich daraufhin psychosomatische Beschwerden ein – manches Mal macht Arbeitslosigkeit regelrecht krank.


Arbeitslose Zeit nutzen

Die unverhofft freie Zeit als Chance nutzen

 

Wichtig ist es, sich nicht „hängen“ zu lassen und die Probleme, zu denen der Verlust des Arbeitsplatzes führt, nicht als persönliches Versagen zu verstehen, sondern als Folge der Arbeitslosigkeit, mit der viele zu kämpfen haben. Allein diese Erkenntnis kann bereits helfen. Und es gibt einige Möglichkeiten, die helfen, diesen Einschnitt zu bewältigen. 

 

 


Vielen Betroffenen fällt es schwer, ihren Tag vernünftig zu gestalten, wenn die Arbeit fehlt. Doch ein geregelter Tagesablauf ist sehr wichtig, um geistig und körperlich fit zu bleiben. Nach Überwindung des ersten Schocks, unangenehmer Behördengänge und zahlreichen Bewerbungsschreiben liegt in der Arbeitslosigkeit auch die große Chance, die „freigesetzte“ Zeit zu nutzen, um etwas für seine körperliche und geistige Fitness zu tun. Die Unterstützung durch Angehörige spielt dabei eine wichtige Rolle: Denn wer arbeitslos wird, benötigt möglichst viel Verständnis – Sprüche wie „Jeder, der will, findet schon Arbeit“ verstärken dagegen das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit. 

 


Seine Fähigkeiten bewusst nutzen

Die Stellensuche erfordert meist viel Zeit. Hilfreich ist es hier, den Tag ebenso zu strukturieren wie zur Zeit der Berufstätigkeit: Dazu können Notizen zu den eigenen Vorhaben gehören, eine kontinuierliche Sichtung der Infoflut – oder auch der Besuch 
z. B. eines Zeitmanagement-Kurses, oder eines Trainings-Kurses für geistige Fitness oder die Anmeldung bei einem Berufscoach. Seine Fähigkeiten bewusst einzusetzen, um diesen Lebensabschnitt gestärkt anzugehen, ist im Grunde das entscheidende Ziel in dieser Zeit.

Wissen auf dem neuesten Stand halten
Die erste Berufsausbildung genügt in den meisten Fällen nicht mehr, um eine dreißig bis vierzig Jahre lange Berufslaufbahn sinnvoll zu durchlaufen. Ist der Job weggebrochen, ist es ratsam, die Qualifikation auf den Prüfstand zu stellen und diese Zeit sinnvoll für eine Weiterbildung als Schutz gegen zu lange Arbeitslosigkeit zu nutzen. Wer etwa merkt, dass er noch Defizite hat, zum Beispiel beim Thema Internet, sollte sich an seinen Berater bei der Agentur für Arbeit oder den Hartz IV-Stellen wenden.

Die Arbeitsagenturen übernehmen häufig die Kosten für Weiterqualifizierungen – und mit den entsprechenden Qualifizierungen haben manchmal auch Langzeitarbeitslose wieder Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Eine andere Möglichkeit bieten „Trainings on the Job“: Sie werden zusammen mit Unternehmen als eine solide Basis für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt angeboten. Existenzgründungsseminare schaffen Klarheit bei der Überlegung, sich selbstständig zu machen. Hilfreich ist es, Beratungsstellen für Arbeitssuchende aufzusuchen sowie Netzwerke ausfindig zu machen, die sich gegenseitig unterstützen.

Die Gesundheit stärken

Die positive Auswirkung sportlicher Betätigung auf die Seele sollte ganz bewusst in Zeiten von Krisen genutzt werden. Jogging oder Nordic-Walking eignen sich besonders: Sie stärken den Kreislauf und unterstützen die optimale Leistungsfähigkeit des Gehirns. Bewegung und Sport – am besten in der Gruppe – stärken die soziale Anbindung, wirken gegen Einsamkeit, ermöglichen eine Verbesserung des Selbstbildes und erleichtern es, den täglichen Lebensanforderungen angemessen zu begegnen.

Noch mehr für die Gesundheit bieten Volkshochschulen, Bildungsstätten oder Vereine – arbeitslose Menschen können in der Regel sogar zu ermäßigten Gebühren an den Präventions-, Entspannungs- und Gesundheitskursen teilnehmen (Zuzahlungsbefreiungen der Krankenkassen). Für die seelische Gesundheit von großem Nutzen ist der Besuch von Selbsthilfegruppen: Er führt zu einer ganzheitlichen Stabilisierung – und fördert den Informationsaustausch mit Gleichbetroffenen.