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Rückkehr in den Beruf nach Krankheit oder Unfall

Banner: Artikel zu verschiedenen Aspekten der beruflichen Rehabilitation
Experten für berufliche Reha
Berufsförderungswerke: Kompetenz trifft Erfahrung

Berufliche Reha in jedem Alter

Der berufliche Wiedereinstieg ist in jeder Lebenslage möglich, weil die Berufsförderungswerke ein entsprechend breites und bundesweites Angebotsspektrum aufgebaut haben. Welche Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) im jeweiligen Fall am besten geeignet ist, um die Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu erreichen, legen Rehabilitand und Reha-Träger gemeinsam fest. Fragen zum Leistungsspektrum beantworten die Experten der 2.Chance unter 0800 / 222 000 3.

Ein Spektrum zeigt die Möglichkeiten der beruflichen Reha
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Keine Frage des Alters

Jahrelang hat sie ihr Rückenleiden für den Job ignoriert, dann hat ihr Arbeitgeber Insolvenz angemeldet. Cornelia Zimmermann hat die Krisensituation genutzt und mit 47 Jahren eine neue Ausbildung im Berufsförderungswerk Dortmund begonnen. Die berufliche Neuorientierung war für sie eine enorme Herausforderung – und ein Volltreffer zugleich!

Nach der Familienzeit gelang der gelernten Diätköchin ein Quereinstieg in den Einzelhandel, wo sie sich ihre Position bis zur Filialleiterin einer Drogeriemarktkette erarbeitete. Bis zur letzten Minute setzte sie sich dort für ihren Arbeitsplatz und den ihrer Mitarbeiter ein. Und das, obwohl sie sich mit ihrem chronischen Rückenleiden schon seit Jahren viel zu sehr verausgabt hatte. „Als die Pleite meines Arbeitgebers feststand, habe ich positiv gedacht und mich neu orientiert, um meinen Rücken zu entlasten.“

Unterstützung beantragt

Cornelia Zimmermann lächelt in die Kamera

Mit neuem Elan stellte sie bei der Rentenversicherung einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Doch statt einer positiven Nachricht kam ein Ablehnungsbescheid. Mit rechtlicher Unterstützung und zusätzlichen ärztlichen Gutachten reichte sie erfolgreich Widerspruch ein. Nach einer Berufsfindung entschied sie sich für die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement im BFW Dortmund. Einen drei­monatigen Reha-Vorbereitungskurs nutzte sie, um sich an den neuen Alltag zu gewöhnen und ihr Wissen wieder aufzufrischen.

„Das Schwierige war nicht, mit Ende 40 eine Ausbildung anzufangen, sondern sich nach einem Arbeitsalltag an eine Schulungssituation zu gewöhnen.“ Im BFW hat sie gezeigt, dass berufliche Reha keine Frage des Alters ist: „Zuerst habe ich vor meinen Matheaufgaben gesessen und gedacht, das schaffst du nie. Am Ende habe ich in allen Fächern gut abgeschnitten“, sagt sie stolz. Dank dieser guten Leistungen konnte sie ihre Praxisphasen im Unternehmen in Absprache mit dem Rehaträger ausweiten: Im zweiten Jahr ihrer Ausbildung verbrachte sie ein bis zwei Tage pro Woche im Betrieb – und hinterließ einen so guten Eindruck, dass sie im Anschluss an die Ausbildung übernommen wurde. „Ich wusste ja, dass ich keine 30 mehr bin, aber meine Berufs- und Lebenserfahrungen sind meine großen Pluspunkte.“

Als Projekt- und Personalleiterin hat sie heute weiterhin einen herausfordernden, aber den Rücken weniger belastenden Arbeitsplatz als früher. Sie blickt damit auch ganz entspannt ihrem 50. Geburtstag in diesem Jahr entgegen.

Umschulen – aber in welchen Beruf?

Berufsfindung findet oft im RehaAssessment statt. Hier werden Leistungsprofile erstellt und mit Anforderungsprofilen der Berufswelt verglichen. Auf dieser Grundlage werden Empfehlungen ausgesprochen. Dieses Ergebnis kann in einer Arbeitserprobung abgesichert werden. Dabei wird theoretisch und praktisch in berufstypischen Aufgaben geprüft. Eine Arbeitserprobung kann aber auch sofort erfolgen, wenn es schon einen Berufswunsch gibt.

Grafik: Mensch fragt sich, in welchen Beruf er umschulen soll
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Mit links in die Ausbildung

Alexandra Baten lächelt in die Kamera

Eine Startrampe – so bezeichnet Alexandra Baten das RehaAssessment im Berufsförderungswerk. Zwei Wochen lang erprobte und testete die gelernte Verkäuferin, die aufgrund eines bewegungseingeschränkten Handgelenks ihren Beruf aufgeben musste, mit den Experten der beruflichen Rehabilitation, welche Qualifizierung ihr die beste Perspektive für einen erfolgreichen Neuanfang im Berufsleben bietet: „So konnte ich mich ohne Zweifel für die richtige Ausbildung entscheiden.”

Wenn sich Menschen aus gesundheitlichen Gründen beruflich neu orientieren müssen, stehen meist ganz viele Fragen im Raum: In welche Richtung soll es gehen? Bin ich den Anforderungen einer neuen Ausbildung gewachsen? Was kann ich gesundheitlich noch leisten? Welche Stärken und Begabungen habe ich? Und wie passt das alles zu meinem Berufswunsch?

Den passenden Weg finden

Auch Alexandra Baten war erst einmal verunsichert, als klar war, dass sie nicht länger in ihrem Beruf arbeiten kann – die Spätfolgen eines Sportunfalls in der Schulzeit machten den Job unmöglich: „Mein rechtes Handgelenk ist in der Bewegung stark eingeschränkt – ich darf es nicht mehr belasten.” Über die Unfallversicherung erfuhr sie von den verschiedenen Möglichkeiten der beruflichen Reha: Recht schnell steht für die gelernte Verkäuferin fest, dass ihre Zukunft in einer Bürotätigkeit liegt. „Aber ob die Ausbildung zur Bürokauffrau überhaupt möglich ist mit meiner gesundheitlichen Einschränkung, das war nicht klar.” Um zu klären, wie realistisch die angestrebte Berufsperspektive ist und rechtzeitig mögliche Alternativen ins Auge zu fassen, empfahl ihr Reha-Berater im Vorfeld ein zweiwöchiges RehaAssessment im Berufsförderungswerk (BFW) Nürnberg. Für Alexandra Baten war der wichtigste Part dabei die Berufsfindung und Arbeitserprobung: „So konnten wir die unterschiedlichen Berufsbilder, die im BFW angeboten werden, erst mal ausprobieren”, erzählt sie.

„Weil ich schon eine sehr genaue Vorstellung davon hatte, wohin die Reise gehen soll, habe ich in den Bereichen Buchhaltung, Marketing und Vertrieb hospitiert – und genau dieser ‚Schnupperkurs’ hat mich darin bestärkt, dass die Ausbildung zur Bürokauffrau für mich das Richtige ist."

Die richtige Entscheidung treffen

Um die Entscheidung fundiert abzusichern, wurden auch die gesundheitlichen Vorausetzungen abgeklärt: „Ganz wichtig war bei mir,  ob das Schreiben mit der Tastatur überhaupt klappt. Denn ich bin eigentlich Rechtshänderin und musste erst zeigen, dass ich mit der speziellen ergonomischen Tastatur umgehen kann,  die ich aufgrund der Fehlstellung meines Handgelenks brauche. Aber das habe ich sozusagen mit links geschafft”, erzählt Alexandra Baten mit einem Augenzwinkern. Eine Herausforderung war für die 32-Jährige hingegen die Tests zur Beurteilung der beruflichen Eignung: „Die Aufgaben waren ganz schön anspruchsvoll und an manchen Tagen habe ich mir schon gewünscht, dass ich früher in der Schule besser aufgepasst hätte.

Aber rückblickend bin ich sehr froh, dass ich das Angebot wahrgenommen habe. Denn auch wenn die zwei Wochen anstrengend waren, konnte ich so für mich aus einem Berufswunsch eine konkrete Perspektive mit echten Chancen für die Zukunft entwickeln und mit einem guten Gefühl in die Ausbildung gehen. ”

Erfolgreicher Neustart in den Arbeitsmarkt

Manchmal ist es eine Erkrankung, ein anderes Mal ein Unfall, der das (Arbeits-)Leben von heute auf morgen auf den Kopf stellt. In dieser schwierigen Situation helfen die Angebote der Berufsförderungswerke dabei, beruflich wieder Fuß zu fassen: Von der Auswahl des richtigen Berufsbildes bis hin zur Qualifizierung unterstützen die BFW bei der erfolgreichen Integration in den Arbeitsmarkt – und geben damit eine echte Perspektive.

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Die Eintrittskarte ins Arbeitsleben

„Irgendwann konnte mein Körper einfach nicht mehr. Mit Ü40 musste ich mein Berufsleben komplett neu in die Hand nehmen“, sagt Sandra Trautvetter – und entschied sich für eine Ausbildung im Berufsförderungswerk (BFW). Dort frischte sie nach fast 30 Jahren ihre Kenntnisse wieder auf und erwarb neue berufsbezogene Kompetenzen. Mit Erfolg: Heute steht sie wieder mit beiden Beinen im Berufsleben. 

„Schon vor 15 Jahren hat mir mein Arzt eine berufliche Neuorientierung empfohlen, weil mein angeborener Hüftschaden und mein Asthma sich durch meine Arbeit als Fleischereifachverkäuferin verschlimmerten. Aber damals waren die Kinder noch klein und standen im Mittelpunkt. Erst danach dachte ich an mich“, sagt die zweifache Mutter rückblickend. Mit Schmerzmitteln versuchte sie lange, den Arbeitsalltag zu überstehen – das war aber keine Dauerlösung. Sie wusste sich nicht anders zu helfen und kündigte ihr Arbeitsverhältnis. 

Im Beratungsgespräch beim Jobcenter wurde ihr eine Qualifizierung in einem BFW nahegelegt. Nach erfolgreicher Antragstellung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) entschied sie sich mit Zustimmung des Reha-Trägers, der Deutschen Rentenversicherung, für eine kaufmännische Ausbildung im BFW Weser-Ems. „Meine Schulzeit ist lange her. Ohne die Unterstützung im BFW hätte ich eine Ausbildung nicht geschafft, das wusste ich von Anfang an. Auch, dass ich im BFW wohnen konnte, war für mich eine ideale Konstellation, da täglich pendeln nicht in Frage kam.“ 

Geschult in Theorie und Praxis

Nachdem sie ihre Mathe- und Deutschkenntnisse aufgefrischt hatte, standen Rechnungswesen, Wirtschaftskunde und berufsspezifischer Unterricht auf ihrem Stundenplan. Anschließend bereitete sie sich mit Klassenkameraden in kleinen Lerngruppen auf ihre Abschlussprüfung vor. Und auch die Praxis kam nicht zu kurz: Als Praktikantin sammelte sie während der Ausbildungszeit acht Monate lang erste Berufserfahrungen bei der Touristischen Marketingorganisation Rheinland-Pfalz.

Die Chemie stimmt

Wie sich schnell herausstellte, waren die zwei „Lehrjahre“ im BFW für Sandra Trautvetter eine überaus gut investierte Zeit: „Noch bevor ich mein Zeugnis in den Händen hielt, stand mir die Tür zurück ins Arbeitsleben offen – und das mit nur einer einzigen Bewerbung.“ Mit ihrem Ehrgeiz und dem frisch erlernten Know-how überzeugte sie ihren neuen Arbeitgeber. „Die Chemie zwischen uns stimmte auf Anhieb. Im Alter von 46 Jahren wieder Berufseinsteigerin zu sein, war für mich überhaupt kein Hindernis. Vielmehr kommen mir meine Lebenserfahrung und Bodenständigkeit zugute.“

Für die feste Anstellung verließ sie ihren Heimatort und zog nach Hannover, wo ein neues Einrichtungshaus eröffnete. Ihr besonderer Vorteil: Auch alle anderen Mitarbeiter vor Ort mussten sich in die neuen Arbeitsabläufe erst einfinden. Sandra Trautvetter konnte die Arbeitsprozesse von der ersten Minute an mitgestalten und ihr neu erworbenes Wissen umsetzen.

Erfolgreich angekommen

„Am Anfang meiner Ausbildung war ich unsicher, weil ich ja nicht mehr die Jüngste bin. Heute kann ich sagen, dass meine Ausbildung im BFW meine Eintrittskarte zurück ins Berufsleben war. Ich habe einen Job gefunden, der mir Spaß macht und meiner Gesundheit gut tut. Das habe ich mir seit Langem gewünscht“, sagt Sandra Trautvetter heute zufrieden.

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